Texturierung ist der Prozess, bei dem 2D-Bilder – sogenannte Texturen – auf die Oberflächen von 3D-Modellen aufgebracht werden, um deren Aussehen realistischer oder detailreicher zu gestalten. Diese Texturen beeinflussen, wie ein Objekt im Rendering erscheint, zum Beispiel ob eine Oberfläche glatt, rau, metallisch oder organisch wirkt.
Im Detail basiert Texturierung auf der Idee, dass ein 3D-Modell allein nur eine geometrische Hülle ist, vergleichbar mit einer weißen Tonfigur. Damit diese Figur nach Holz, Leder oder Beton aussieht, benötigt sie ein visuelles „Kleid“. Hier kommen Texturen ins Spiel. Eine klassische Textur ist ein einfaches Farbbild (Diffuse Map), das auf das Modell projiziert wird. Moderne Visualisierungen nutzen jedoch deutlich mehr Informationen: Normal Maps simulieren kleine Unebenheiten und Lichtbrechungen, ohne dass zusätzliche Geometrie nötig ist. Specular oder Roughness Maps bestimmen, wie stark eine Oberfläche reflektiert oder wie rau sie ist. Auch Transparenz, Glanz oder sogar selbstleuchtende Bereiche lassen sich über sogenannte Map-Dateien definieren. Damit all diese Informationen korrekt angewendet werden, muss das 3D-Modell UV-gemappt werden – ein Verfahren, bei dem jeder Punkt des Modells einer Position auf der Textur zugewiesen wird. Die Qualität der Texturierung hat direkten Einfluss auf den Realismus und die Aussagekraft der Visualisierung. In industriellen Anwendungen werden häufig fotorealistische Materialien benötigt, zum Beispiel um Produkte, Maschinen oder Gebäude detailgetreu darzustellen. Dabei kann es auch erforderlich sein, CAD-Daten zu optimieren oder neu zu „unwrappen“, also auf die Texturierung vorzubereiten. Bei interaktiven Anwendungen ist zusätzlich darauf zu achten, dass Texturen effizient verarbeitet werden, damit die Performance erhalten bleibt – etwa durch Komprimierung, Level-of-Detail-Techniken oder Streaming. Darüber hinaus ist es möglich, prozedurale Texturen zu verwenden, die algorithmisch generiert werden und sich dynamisch anpassen können – beispielsweise um Verschleiß, Alterung oder Umweltveränderungen darzustellen. Insgesamt ermöglicht die Texturierung, die visuelle Informationstiefe erheblich zu steigern, ohne die Geometrie komplexer zu machen – ein entscheidender Faktor für überzeugende Echtzeitvisualisierung.