OpenGL (Open Graphics Library) ist eine plattformunabhängige Programmierschnittstelle (API) zur Entwicklung von 2D- und 3D-Grafikanwendungen. Sie bietet direkten Zugriff auf die Funktionen moderner Grafikprozessoren (GPUs) und ermöglicht damit die hardwarebeschleunigte Darstellung komplexer grafischer Inhalte in Echtzeit.
OpenGL wurde ursprünglich in den 1990er-Jahren entwickelt und hat sich seitdem zu einem wichtigen Industriestandard für die Echtzeit-Visualisierung in zahlreichen Anwendungsbereichen entwickelt – von Computerspielen über CAD-Systeme bis hin zu wissenschaftlichen Simulationen und Visualisierungsplattformen. Die API arbeitet auf relativ niedrigem Abstraktionsniveau: Entwickler müssen Geometrien, Shader, Texturen und Buffers explizit definieren und verwalten. OpenGL selbst beschreibt dabei keine „Szenen“, sondern stellt die Bausteine zur Verfügung, aus denen diese zusammengesetzt werden. Das macht OpenGL sehr flexibel, aber auch technisch anspruchsvoll. Die zentrale Idee besteht darin, dass Daten – wie z. B. Vertex-Informationen oder Texturen – an die GPU übergeben und dort durch ein programmierbares Rendering-Pipeline-System verarbeitet werden. Dazu gehören Vertex- und Fragment-Shader, mit denen das Aussehen von Objekten präzise gesteuert werden kann. OpenGL ist im Gegensatz zu proprietären APIs wie DirectX plattformunabhängig und wird sowohl unter Windows als auch unter macOS, Linux und vielen Embedded-Systemen eingesetzt. Auch in browserbasierten Anwendungen kommt OpenGL indirekt über WebGL zum Einsatz. In Projekten von VRTX Labs kann OpenGL z. B. bei spezialisierten Anwendungen oder auf Embedded-Systemen sinnvoll sein, wo schlanke, plattformnahe und performante Grafikansteuerung gefragt ist. Durch die offene Spezifikation und breite Unterstützung eignet sich OpenGL auch gut für langfristige, hardwareunabhängige Lösungen. Allerdings wird OpenGL zunehmend durch modernere APIs wie Vulkan oder durch höher abstrahierende Engines wie Unreal oder Unity ersetzt, da diese mehr Kontrolle, bessere Performance oder einfachere Entwicklungsprozesse bieten. Dennoch bleibt OpenGL eine robuste und weit verbreitete Grundlage für viele Echtzeitanwendungen – besonders dort, wo maximale Kontrolle und Kompatibilität gefordert sind.