Occlusion (deutsch: Verdeckung) bezeichnet in der 3D-Visualisierung das Phänomen, dass näher gelegene Objekte weiter entfernte teilweise oder vollständig verdecken. Sie ist ein natürlicher Bestandteil menschlicher Wahrnehmung und trägt wesentlich zum realistischen Tiefeneindruck in digitalen Szenen bei.
In der echten Welt erkennen wir automatisch, dass ein Objekt näher ist, wenn es ein anderes teilweise verdeckt. Diesen Effekt nutzen auch 3D-Engines, indem sie berechnen, welche Teile einer Szene sichtbar sind und welche nicht. Die sogenannte Z-Buffer-Technik sorgt dafür, dass nur die dem Betrachter zugewandten Flächen gerendert werden, während verdeckte Bereiche ausgeblendet bleiben. In AR-Anwendungen ist Occlusion besonders herausfordernd, da virtuelle Objekte korrekt mit der realen Umgebung interagieren müssen – zum Beispiel sollte ein digitaler Gegenstand hinter einem echten Tisch verschwinden können. Das erfordert präzise Tiefeninformationen der realen Szene, die entweder durch Tiefensensoren, Kamerabilder oder LIDAR-Systeme gewonnen werden. Ohne funktionierende Occlusion wirkt die Darstellung flach und künstlich, da sich virtuelle Inhalte „aufdrängen“ oder unnatürlich über echten Objekten schweben. In Anwendungen von VRTX Labs, die auf realitätsnahe Darstellung und Interaktion abzielen, ist Occlusion ein zentrales Gestaltungselement: Es ermöglicht eine glaubwürdige Einbettung digitaler Elemente in komplexe Umgebungen – sei es bei der Darstellung technischer Anlagen, in Mixed-Reality-Schulungen oder bei begehbaren Visualisierungen. Auch bei komplexen Maschinen oder Innenräumen unterstützt Occlusion das räumliche Verständnis, da verdeckte Teile bewusst inszeniert oder interaktiv sichtbar gemacht werden können. Technisch gesehen ist Occlusion eng mit dem Renderingprozess verbunden und stellt hohe Anforderungen an Präzision und Performance – besonders bei Echtzeit-Interaktionen. Moderne Systeme kombinieren deshalb geometrische Daten mit Tiefenbildern und nutzen sogar Machine Learning, um Verdeckungen in Echtzeit korrekt darzustellen. Letztlich sorgt Occlusion dafür, dass virtuelle Welten nicht nur überzeugend aussehen, sondern sich auch natürlich anfühlen – ein unverzichtbares Element für immersive und glaubwürdige digitale Erlebnisse.