Photogrammetrie ist ein Verfahren zur Erstellung von 3D-Modellen aus fotografischen Aufnahmen. Dabei werden aus mehreren Bildern eines Objekts oder einer Szene – die aus unterschiedlichen Perspektiven aufgenommen wurden – räumliche Informationen gewonnen und zu einem digitalen, messbaren 3D-Modell rekonstruiert.
Im Kern nutzt Photogrammetrie die Prinzipien der Triangulation: Indem dasselbe Objektmerkmal in mindestens zwei Bildern erkannt wird, lässt sich durch geometrische Berechnung seine Position im Raum bestimmen. Je mehr Bilder und je mehr sich überlappende Merkmale vorhanden sind, desto genauer und detailreicher wird das resultierende Modell. Aus den 2D-Bilddaten entsteht zunächst eine Punktwolke, die anschließend in ein Mesh überführt und texturiert wird – das heißt, die Oberflächenstruktur und Farbe wird direkt aus den Fotos übernommen. Die resultierenden Modelle sind dadurch nicht nur geometrisch korrekt, sondern auch visuell äußerst realitätsnah. Photogrammetrie eignet sich besonders für komplexe, organische Formen oder reale Umgebungen, bei denen eine manuelle Modellierung sehr aufwendig wäre – etwa bei historischen Gebäuden, Landschaften, Maschinen oder Kunstobjekten. Im Kontext von VRTX Labs kann diese Technik z. B. eingesetzt werden, um reale Anlagen, Arbeitsumgebungen oder Produkte schnell und realitätsgetreu zu digitalisieren und in interaktive Anwendungen zu überführen. Durch die Kombination mit modernen Rendering-Techniken wie Gaussian Splatting oder Physically Based Rendering lassen sich die fotobasierten Modelle nicht nur als visuelle Abbilder nutzen, sondern auch als interaktive, dynamische Elemente innerhalb von XR-Erlebnissen. Die Qualität der Ergebnisse hängt stark von der Fotoqualität, der Bildüberlappung und der Lichtführung ab – auch Nachbearbeitungsschritte wie Mesh-Cleanup und Retopologie sind häufig notwendig. Mit der zunehmenden Verfügbarkeit von Drohnen, Smartphones mit guten Kameras und spezialisierter Software wird Photogrammetrie aber immer zugänglicher – und stellt heute ein mächtiges Werkzeug dar, um die Brücke zwischen realer und digitaler Welt zu schlagen.