Ambient Occlusion (AO) ist eine Rendering-Technik, die das Umgebungslicht in einer 3D-Szene simuliert, indem sie berechnet, wie stark ein Punkt durch umliegende Geometrie abgeschattet wird. Das Ergebnis sind weichere Schatten in Vertiefungen, an Kanten oder in engen Zwischenräumen, was die Szene plastischer und realistischer wirken lässt.
Im Gegensatz zu direkten Schatten, die durch gezielte Lichtquellen entstehen, basiert Ambient Occlusion auf einer rein geometrischen Analyse: Je stärker ein Bereich von anderen Flächen umgeben ist, desto weniger Umgebungslicht kann ihn erreichen – und desto dunkler erscheint er. Besonders sichtbar wird dieser Effekt in Ritzen, Fugen, an Wandanschlüssen oder zwischen dicht beieinander liegenden Objekten. AO erzeugt dabei keine harten Schlagschatten, sondern subtile Abdunkelungen, die das Volumen und die räumliche Tiefe betonen. In modernen Echtzeit-Engines wird AO oft als Screen Space Ambient Occlusion (SSAO) umgesetzt, wobei die Abschattung auf Basis der aktuellen Bildinformationen berechnet wird – ein Kompromiss zwischen Qualität und Performance. Hochwertigere Varianten wie HBAO (Horizon-Based AO) oder GTAO (Ground Truth AO) liefern genauere Ergebnisse, benötigen aber mehr Rechenleistung. In Anwendungen von VRTX Labs trägt Ambient Occlusion entscheidend dazu bei, technische Objekte oder komplexe Umgebungen auch ohne aufwendige Beleuchtung sofort verständlich und greifbar wirken zu lassen. Besonders bei CAD- oder Industrievisualisierungen, bei denen oft eine neutrale Lichtstimmung herrscht, verleiht AO dem Bild Tiefe und Struktur, ohne das Design durch künstlerisches Licht zu verfälschen. Die Technik ist zudem rein visuell und beeinflusst nicht die tatsächliche Lichtphysik der Szene – sie ergänzt das visuelle Feedback, ohne funktionale Interaktionen zu verändern. AO lässt sich auch mit anderen Beleuchtungstechniken wie Global Illumination oder direkten Schatten kombinieren, um ein besonders glaubwürdiges Gesamtbild zu erzeugen. Insgesamt ist Ambient Occlusion ein vergleichsweise rechenleichter, aber sehr wirkungsvoller Baustein für realitätsnahe und klar lesbare Echtzeitvisualisierungen.